Wie kann Man ein kleines Fotostudio organisieren – Hinter der Kullisen von Produktfotografie

In dem früheren Artikel haben wir die wichtige Rolle von Produktfotografie beim On-Line-Verkauf (und nicht nur) besprochen. Weiter gehend, stellen wir heute paar Grundregeln dar, wie man ein eigenes Fotostudio bauen kann. Ein Fotostudio, dass nicht ein Vermögen kostet, lässt uns aber zu, gute Produktbilder machen.

In dem Text findet Ihr keinen Vergleich von konkreten Modellen der Ausrüstung, die auf dem Markt zu kaufen ist. Wir werden nur den richtigen Weg zeigen, wie man selber notwendige Ausrüstung zusammenstellen kann.

WELCHE KAMERA FÜR DIE PRODUKTFOTOGRAFIE

Die Grundvoraussetzung für eine Kamera ist der manuelle Modus. Nur so kann man frei mit dem Blitzlicht arbeiten. Sehr wichtig ist auch die Möglichkeit, die Objektive wechseln zu dürfen. Beim Einkaufen von einer Kamera muss man sich überlegen, welche Optik gebraucht wird und ob die Hersteller im Angebot für Dich interessante Modelle haben. Der Fotoapparat soll die Bilder auch im RAW-Format speichern. Das ist ein Dateityp, in dem eine große Zahl von Bildinformationen gespeichert wird, was später für eine detaillierte Bearbeitung ohne Qualitätsverlust wichtig ist.

OBJEKTIV – DIE WICHTIGSTE INVESTITION

Paradox ist es, dass die wichtigste Rolle beim Fotografieren, nicht die Kamera selber, sondern der Objektiv spielt. Und obwohl das ein der teuersten Teilen des Puzzels ist, braucht man ihm keine hohe Herausforderungen stellen. Beim Arbeiten mit unbeweglichen Gegenständen bracht man nicht so viele Funktionalitäten, die sehr oft den Preis der Optik erhöhen.

Vor allem soll der Objektiv so scharfe Bilder machen, wie es nur möglich ist. Genau die Detailliertheit der Fotografie regt die Fantasie der kaufenden Person an. Eine ideelle Darstellung von Details oder Texturen, kann für die Kaufentscheidung ausschlaggebend sein. Die Maximale Helligkeit oder reibungsloses Funktionieren vom Autofocus haben keine größere Bedeutung. Beim Fotografieren werden wir ja absichtlich die Blendeöffnung verschlissen, so dass sich im Bereich der Schärfentiefe der komplette Gegenstand befindet und die Schärfe selber sehr wahrscheinlich manuell eingestellt wird. Das ist die bestmögliche Lösung.

Man soll Objektive mit einem übermäßig breiten Sichtfeld vermeiden (35 mm oder mehr), weil die Bildverzerrungen negativ die Produktbewertung beeinflussen können. Man soll sich am Bereich von 35-100 mm halten.

BELEUCHTUNG – WIE VIELE LAMPEN BRAUCHT MAN?

Das absolute Minimum sind zwei verschiedene Lichtquellen. Für die besten Effekte sollte man aber das Studio mit drei Lampen ausrüsten. Die Aufgabe einer einfachen Produktfotografie ist, das Gegenstand mit allen seinen Vorteilen zu zeigen. Um das erreichen zu können, sollte das Produkt gleichmäßig beleuchtet werden. Es sollen auch zu viele unnötige Kombinationen vermieden werden.

Mit zwei von vorn gestellten Lampen, in einem Winkel von 45° und mit einem Gegenlicht von hinten kann man leicht befriedigende Fotos machen.

Zur Auswahl haben wir zwei Grundarten der Beleuchtung: Blitz – und Dauerlicht – Lampen. Jede Beleuchtung hat Vor- und Nachteile. Blitzlampen generieren Licht mit Hochleistung in einer sehr kurzen Zeit. Dadurch kann man die Bewegung „einfrieren“ und Aufnahmen aus der freien Hand machen. Nachteil ist hier die fehlende, stabile Vorschau auf die Änderungen in der Beleuchtung – um das Licht richtig einzustellen, muss man paar Probefotos schießen.

Die Beleuchtung mit Dauerlicht läβt die konstante Kontrolle des Lichtes im Bildausschnitt zu, hat aber auch Nachteile. Sie erwärmt allzu sehr die Lufttemperatur, was schlecht nicht haltbare Produkte, Leute aus dem Team und manches Zubehör beeinflusst – vor allem während langer Fotosessionen. Zu den Nachteilen kann man auch die lange Verschlusszeit zählen, in der man meistens einen Stativ nutzen muss.

Zur Lichtstreuung eignet sich am besten eine große Softbox, die ein angenehmes, weiches Licht gibt.

Über dies sollte man auch paar weiße Blätter Papier– am besten aus einer Rolle, und einen weißen Tisch zur Verfügung haben (im Falle von kleinen Produkten).

SCHLÜSSELMOMENT – BILDBEARBEITUNG

Gute Fotos zu machen, ist erst der Anfang von unserem Kampf. Damit die Bilder die Aufmerksamkeit der Kunden fesseln und anderen Fotos Konkurrenz machen würden, braucht man eine fortgeschrittene Bilderbearbeitung. Um dies zu erreichen, muss man sicherstellen, dass der Computer imstande ist, mit großen Dateien (RAW-Format) fließend zu arbeiten. Dazu braucht man ja eine lastende Software, die mit einem alten Bürorechner nicht arbeiten wird. Man braucht auch mindestens einen Bildschirm für fotografische Zwecke. Die meist populären Marken sind EIZO und NEC, aber auch solche Hersteller wie LG oder Philipps entscheiden sich, ihr Angebot um Vorschläge für Grafiker und Fotografen zu erweitern. Zusätzlich braucht man auch ein Kalibrierungsgerät. Das sind sehr wichtige Elemente – einfache Displays oder Laptops wiedergeben die Farbnuancen nicht richtig. Auch wenn wir uns zu Hause Bilder oder Filme angucken und die Qualität scheint, prima zu sein, werden sie bei einer Zusammenstellung mit einem Profi – Display sehr schlecht ausfallen. Es besteht dadurch die Gefahr, unnötig in die Farbtöne bei der Endbearbeitung einzugreifen.

Die Wahl der Software wird am wahrscheinlichsten auf Adobe – Paket fallen. Zwei Applikationen, die wir kennenlernen sollten, sind Adobe Lightroom und Photoshop. Obwohl sie nicht billig sind, bekommt man zu dem Preis einen freundlichen Interface und ziemlich gute Möglichkeiten. Leute, die sie nie benutzt haben, werden vermutlich hier eine spezielle Schulung brauchen.

Die Retusche und Bearbeitung von Bildern sind sehr zeitaufwendig, notwendig aber, um zufrieden stellende Ergebnisse zu erzielen. Aus dem Grunde beauftragen damit viele Firmen externe Spezialisten, um die Kosten von Ausrüstung und Zeitaufwand zu sparen.

Überprüfen Sie auch